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Endlich darf legal gebadet, gepaddelt und geangelt werden

Baden, Stand-up-Paddling, Kanufahren – das ist jetzt auch legal auf dem See möglich. Foto: (Wsp) Phillipp

(Löbnitz/Wsp/kp). Menschen in Neoprenanzügen und barfuß, die sehnsüchtig warten, und Boote, die am Ufer bereitstehen – das Szenario war mehr als deutlich: Das lange Warten hatte am Dienstag ein Ende. Mit der feierlichen Unterzeichnung der Allgemeinverfügung für den Gemeingebrauch des Seelhausener Sees bei Löbnitz kann im idyllischen Gewässer endlich legal gebadet, gepaddelt, gesurft und auch geangelt werden. Kurzum: Elf Jahre nach den ersten Gesprächen und unzähligen bürokratischen Hürden darf der See offiziell genutzt werden. Ausgeschlossen sind hingegen unter anderem das Befahren mit maschinell angetriebenen Fahrzeugen sowie das Segeln mit motorbetriebenen Booten.
Es ist binnen weniger Tage der zweite große Meilenstein für die kleine Landgemeinde, die nun touristisch ganz neue Potentiale aufweisen kann. Zur Erinnerung: Erst im April erfolgte an nahezu der gleichen Stelle der erste Spatenstich für das neue Ferienresort „Löbnitzer Bucht“ mit dem Investor FHG floating house (wir berichteten). Im Hintergrund der diesmal – auch aufgrund des Wetters – deutlich besser besuchten Veranstaltung drehten die Bagger auch fleißig ihre Runden.
Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter im Landkreis und Unterzeichner der Allgemeinverfügung, lobte die Gemeinde, die in der Vergangenheit höchsten Aufwand betrieben habe. „Die Zielstellung ist klar: Der Seelhausener See soll ein Anziehungspunkt werden“, sagte er. Ins gleiche Horn blies auch Bereichsleiterin Elke Kreische-König vom Bergbausanierer LMBV: „Wir wünschen uns, dass der See ein Ort der Freude wird.“ Auch der Löbnitzer Gemeindechef Detlef Hoffmann frohlockte sichtlich erleichtert: „Heute bin ich ein zufriedener Bürgermeister.“
Wie die LMBV mitteilte, hätten der Bund und die beiden Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt seit der politischen Wende insgesamt 85 Millionen Euro in die Sanierung der Bergbaufolgelandschaft zwischen Bitterfeld und Löbnitz mit Großen Goitzsche- und Seelhausener See gesteckt. Davon entfielen 16 Millionen Euro in die Beseitigung der Hochwasserschäden. Weitere 40 Millionen Euro sind noch geplant. Damit soll unter anderem der Lober-Leine-Kanal, der zwischen beiden Seen verläuft, in den Seelhausener See eingebunden werden und der Überleiter Rösa-Döbern für den Abschlag von den Überschusswässern aus dem Seelhausener in den Großen Goitzschesee hergestellt werden.
Noch wichtig: Durch den See verläuft die Landesgrenze. Der sachsen-anhaltische Teil bleibt Verbotsfläche, etwa ein Drittel des sächsischen Bereichs, im westlichen Teil und nordwestlich von Sausedlitz, ist aus Naturschutzgründen ebenfalls vom Gemeingebrauch ausgeschlossen.